Reisetipps - Ausrüstung

Auf vielfachen Wunsch stelle ich hier die komplette, elfseitige Ausrüstungliste meiner Mountainbike-Expedition durch Spiti, Ladakh und Zanskar nach Dharamsala als .pdf File (81kB) zum Download bereit.

Natürlich darf die Liste zur eigenen Reisevorbereitung verwendet werden. Eine kommerzielle Nutzung und die Einbindung in Internetprojekte wird ausgeschlossen.

Download Ausrüstungsliste Download Ausrüstungsliste
Get Acrobat Reader Get Acrobat Reader



Nachfolgend noch ein paar Erläuterungen zu verschiedenen Ausrüstungskategorien:


Bekleidung

Schuhe

Schlafsack

Zelt

Fotoequipment

Küche und Kocher

Apotheke und Medikamente














Bekleidung

Da das Vorurteil, im Himalaya sei es immer kalt, so nicht stimmt, die Temperaturen tagsüber auch mal auf 35°C im Schatten klettern können - selbst auf 3500m Höhe -, es dafür nachts schon gefährlich kalt werden kann, habe ich immer Kleidung für "sengend heiß" bis "eisig kalt" dabei.

Eine Garnitur Bekleidung ist für längere Aufenthalte in Dörfern und Städten gedacht und eine zum Radeln, die bei Pausen gewaschen wird.

Neben ein paar Socken und T-Shirts aus Baumwolle besteht der Rest der Bekleidung aus atmungsaktiven Micro- und Funktionsfasern. Überjacke und Hose sind wind- und wasserdicht sowie atmungsaktiv.

Allerdings funktioniert die Atmungsaktivität moderner Sport- und Trekkingbekleidung nur, wenn das Klima "um Sie herum" trocken und optimalerweise noch kühl ist. Dann spüren Sie fast überhaupt nicht, wie Sie schwitzen. Je wärmer und feuchter es allerdings wird, umso weniger atmet die Kleidung und wenn Sie sich im Regen fortbewegen, schmoren Sie im eigenen Saft.

Denn die Atmungsaktivität beruht auf dem Diffusionsprinzip. Unter Ihrer Kleidung ist es warm und feucht, draußen kühl und trocken. Die Feuchtigkeit hat nun das Bestreben sich in den "ganzen verfügbaren Raum" durch die dünnen Poren in der Bekleidung hindurch auszubreiten, wie ein Tropfen Tinte, den Sie in ein Wasserglas geben, der das gesamte Wasser nach einer Weile blau färbt.

Zurück zum Seitenanfang Wenn es allerdings regnet, beträgt die Luftfeuchtigkeit nahezu 100% und der "Raum" ist mit Feuchtigkeit gesättigt - kein Grund sich auszubreiten.





Schuhe

Im Gegensatz zu manch anderen Reiseradlern ziehe ich es vor in robusten Wanderschuhen auf große Tour zu gehen. Das hat den Vorteil, dass ich nicht zwei oder drei Paar Schuhe mitschleppen muss, denn man ist ja nicht immer mit dem Fahrrad unterwegs, sondern macht vielleicht mal eine Wanderung in ein abgelegenes Tal oder kraxelt z.B. in Leh rauf zum Gonkhang und Maitreya-Tempel.

Außerdem gewähren Wanderschuhe festen Tritt auf Schiebepassagen, sind wasserdicht - ich verwende Snowseal zum Imprägnieren -, hochgeschlossen und warm.

Beim Schnüren zum Radeln die beiden letzten Haken offen lassen und die Schuhzunge etwas locker schnüren. Dann hat man genügend Bewegungsfreiheit in den Fußgelenken zum Pedalen.

Zurück zum Seitenanfang Beim Schuhkauf sollte man die Pedalen mit montiertem Käfig mitnehmen, um auszuprobieren, ob die Schuhe reinpassen.

Daneben nehme ich noch ein paar leichte Stoffschuhe mit, in denen sich die Füße erholen können, während die Knobelbecher auslüften.




Schlafsack

Meist habe ich einen Daunenschlafsack dabei, dessen Komfortbereich bis -8°C reichen soll. Da ich aber relativ klein bin (1,66m) und nicht viel Speck auf den Knochen habe, muss ich schon ab ca. +5°C Thermounterwäsche anziehen um nicht zu frieren.

Denn die Angaben bei Schlafsäcken gelten für Personen, deren Körpermaße der DIN-Norm entsprechen, mit der Schlafsäcke getestet werden. Meine Maße entsprechen diesen nicht.

Zurück zum Seitenanfang Unbedingt vor Reiseantritt probeschlafen, im Winter das Zelt im Garten aufstellen und eine Nacht im Freien verbringen um zu testen, ob man noch was anziehen muss!




Zelt

Zurück zum Seitenanfang Seit Ladakh nehme ich ein kleines Zwei-Mann Zelt mit, dass genügend Platz für mich und mein Gepäck bietet. Die Konstruktion - eine Mischung aus Kuppel und Tunnelzelt - lässt es selbst im Sturm bombenfest in der Landschaft stehen. Gewicht ca. 2kg.



Fotoequipment

Ich nehme immer zwei Gehäuse mit: Eines zum Fotografieren und eines als Ersatz, bzw. für Situationen in denen es viel mit dem Weitwinkel und Zoom gleichzeitig zu fotografieren gibt, wie zum Beispiel auf dem Ladakh-Festival.

Das Weitwinkel-Objektiv hat eine Brennweite von 28mm - 70mm und das Zoom-Objektiv reicht von 70mm - 210mm.

Beide Objektive sind mit Polarisationsfiltern ausgestattet, die einmal für satte und kräftige Farben sorgen - z.B. einen tollen blauen Himmel - aber auch Streulicht und Reflexionen ausschalten.

Ich benutze lineare Polfilter mit einer kleinen Markierung, an der ich erkenne ob der Filter so eingestellt ist, dass das Licht gefiltert wird oder nicht. Es gibt auch zirkulare Polfilter, bei denen man sich nicht mehr darum kümmern muss. Allerdings ist der Nachteil dabei, das z. B. bei einem Regenbogen die Farben teilweilse abgeschwächt werden - und das möchte man ja dann eigentlich gerade vermeiden.

Filmmaterial: Diafilme Fuji SENSIA 100 und Fuji SENSIA 400
und zwar in rauen Mengen

Ein Funkfernauslöser für meine halbautomatische Kamera ermöglicht die Aufnahmen, auf denen ich durch die Landschaft pedale. Der Sender reicht Luftlinie über 100m weit. Danke dafür an Sven Hoffmann.

Natürlich wird für solche Aufnahmen noch ein Stativ benötigt, ebenso für Innenaufnahmen in Klöstern und Tempeln, in denen ich mit langer Belichtungszeit fotografiere und Serien mache, wodurch die Farben natürlicher und originalgetreuer rüberkommen als mit Blitzlicht.

Zurück zum Seitenanfang Außerdem zerstört Blitzlicht mit der Zeit die Farbpigmente, und die Malereien in den Klöstern und Tempeln verblassen und werden zerstört.





Küche und Kocher

Als Kocher benutze ich seit Jahren das Modell Whisperlite von MSR, dass bisher mit jedem Benzingebräu, dass sich "Super" oder "Normal" genannt hat zurecht gekommen ist - egal wie verdreckt es war.

Der große Vorteil der MSR Kocher - und eventuell baugleicher "Nachahmer" Modelle - ist, dass man sie komplett bis auf die letzte Schraube auseinander nehmen kann und vor allen Dingen die Brennstoffzufuhrleitung mit einem Draht bzw. dem mitgelieferten Kabel richtig putzen kann (im Gegensatz zu z.B. verschiedenen Coleman Modellen).

Denn was in Europa mit unseren Hochleistungstreibstoffen funktioniert, kann sehr schnell bei pakistanischem oder indischem Benzin verdrecken und den Geist aufgeben.

Ein Wermutstropfen an den MSR-Kochern ist die Pumpe, die aus Plastik besteht. Seitdem sich mal eine Pumpe in heimischen Gefilden zerlegt hat, nehme ich immer noch eine als Ersatz mit.

Zurück zum Seitenanfang Ansonsten besteht meine Küchenausrüstung aus einem Aluminiumkochtopf - nichts anbrennen lassen -, einer großen Tasse mit Deckel, Gabel, Löffel und einem Teesieb.




Apotheke und Medikamente

Der Eine oder Andere wird wahrscheinlich über die Flut an Medikamenten in der Ausrüstungsliste erschrecken. Das meiste davon verschenke ich immer an Reisende, die genau das gerade nicht dabei haben, oder nach ausführlicher Beschreibung des Medikaments und des Wirkstoffs, an kleine Krankenstationen in den Bergen.

Hauptsächlich sind es Medikamente gegen Magen-Darm Erkrankungen, Husten, Schnupfen, Heißerkeit, Erkältung und damit einhergehenden Entzündungen der Atemwege. Diamox ist ein Mittel, das die ersten Symptome der Höhenkrankheit bekämpft. Ausführliche Informationen dazu gibt es z.B. bei www.bexmed.org.

Zurück zum Seitenanfang Viele Medikamente mit Standardwirkstoffen - wie z.B. Antibiotika - gibt es frei in Apotheken im Reiseland zu kaufen, werden oftmals von Niederlassungen großer amerikanischer und europäischer Pharmakonzerne hergestellt und kosten im Vergleich zu europäischen Preisen so gut wie nichts.