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Umgang mit Zoll, Behörden, Polizei und Militär
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Hier heißt es "cool", freundlich und gelassen bleiben und mit Fingerspitzengefühl handeln. Denken Sie immer daran, Ihr Gegenüber hat die Macht und Sie bereisen SEIN Land. Also haben Sie sich gefälligst an die Spielregeln zu halten.
Der erste Kontakt mit den weniger angenehmen Gepflogenheiten im Reiseland findet oft bei der Einreise auf Flughäfen oder an Grenzübergängen statt.
Ein freundliches "Excuse me Sir", "Yes Sir", "No Sir", "Thank you Sir" verbunden mit einem Lächeln gehören beim Umgang mit Zöllnern und Behörden zum Standardvokabular (und sollten ansonsten ebenfalls zu den Umgangsformen eines zivilisierten Menschen gehören).
Die Frage nach dem Ausgang, dem Schalter der Fluggesellschaft, wo Sie Geld wechseln können, etc., gibt Ihrem Gegenüber das Gefühl, dass Sie auf Ihn und seine Hilfe angewiesen sind und machen Sie gleichzeitig zu einem sprechenden Individuum - einem Gast in seinem Land, der Hilfe braucht.
Wenn verlangt wird Ihr Gepäck zu öffnen, öffnen Sie Ihr Gepäck. Es spricht nichts dagegen nach Handschuhen für die Sichtkontrolle zu fragen, aber freundlich, ohne Kommentar. Besser noch bringen Sie zwei, drei Paar Handschuhe mit, falls Ihnen daran gelegen ist.
Falls Ihr Fahrradkarton geöffnet werden soll, weisen Sie darauf hin, dass zum Verschließen Klebeband benötigt wird. Wenn keines da ist, machen Sie ein Problem daraus. Aber wie immer freundlich. Meistens bleibt er dann zu, denn Zöllner sind auch nur Menschen, die Ihren Job machen, und Freundlichkeit mit Verständnis belohnen - natürlich auch nicht immer.
Bleiben Sie gelassen, machen Sie einen gelangweilten, übermüdeten Eindruck, nach dem Motto: "Bei mir ist nichts zu holen."
Das gleiche gilt für den Umgang mit Behörden. Sie wollen etwas, die Behörde muss Ihnen nichts geben. Freundlich lächelnd sollten Sie ihren Wunsch nach der Sondergenehmigung, der Visaverlängerung, der Fotografiererlaubnis, oder sonstigem äußern.
Wenn Sie zum Warten verurteilt werden, warten Sie, bis Sie dran kommen. Zeit und Geduld sind hier gefragt. Wenn Sie auf Ablehnung stoßen und das Gefühl haben, das mit Hartnäckigkeit etwas zu holen ist, kommen Sie am nächsten Tag wieder und "nerven" Sie. Aber wie gesagt, mit Fingerspitzengefühl.
Ganz heikel ist das Thema Schmiergeld. In moslemischen und den meisten asiatischen Ländern oft "Bakschisch", "Speedmoney", oder "Extracharge" genannt. Sie können versuchen es anzubieten, aber VORSICHTIG UND MIT FINGERSPITZENGEFÜHL! Es sollte natürlich nicht so aussehen, als ob Sie Ihren Gegenüber bestechen wollen.
Hilfreich können hier auch Einheimische bzw. einheimische Reiseagenturen sein, die im Umgang mit den Behörden viel mehr Erfahrung haben als Sie, oftmals irgendwo einen Schwager sitzen haben, der jemanden kennt, der was deichseln kann. Das kostet meist eine kleine Stange Geld, aber wenn Ihnen Ihr Anliegen wichtig ist, nicht murren, sondern zahlen - bekommen - glücklich sein.
Am "nervigsten" sind die kleinen Straßenpolizisten, die ihr kleines bisschen Macht an allem und jedem auslassen und sich daran laben, andere zu schikanieren. Auch hier ist von Fall zu Fall Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis gefragt. Ich bin oftmals am Besten gefahren solche Leute einfach zu ignorieren, mich dumm zu stellen, "Sorry, I can't understand you. Thank you Sir. Goodbye!" zu sagen und meiner Wege zu gehen. Meistens wurde von mir abgelassen, auch weil Ausländer meistens aus irgendwelchen Gründen einen höheren Status genießen als Einheimische.
Ganz anders hat es sich für mich bisher mit ranghohen Offizieren der Polizei z.B. an Checkpoints irgendwo im Nirgendwo verhalten. Diese haben meist eine relativ gute Ausbildung, sprechen fließend Englisch und langweilen sich auf ihrem Posten zu Tode.
Es schadet nichts ein Gespräch anzufangen, sich nach der Familie zu erkundigen, nach den Kindern, dem Job, der Sicherheitslage auf seinem Abschnitt usw. Meistens ist der Officer ganz dankbar mal jemanden zu treffen, mit dem er sich über seine Hobbies und seine Interessen unterhalten kann sowie über das Gelernte während seiner Schulzeit oder dem Studium. Sie sitzen dann in einer Baracke, an den Betten lehnen Maschinengewehre und bekommen Tee gereicht.
Natürlich merken Sie sich seinen Namen, damit Sie 20km weiter an einem Außenposten zu verstehen geben können, dass Sie den Boss kennen und dann gibt es überhaupt kein Probleme.
Gleiches gilt im Grunde genommen für das Militär. Die ranghohen Offiziere haben meist eine sehr gute Ausbildung genossen, sind sehr weltoffen und freuen sich auf einen Gast aus einem fremden Land, mit dem sie sich mal unterhalten können.
Apropo: In moslemischen und asiatischen Ländern wird Gastfreundschaft sehr groß geschrieben. Deshalb haben Sie von vornherein oft gute Karten. Nutzen Sie dies wo nötig, aber nutzen Sie sie nicht schamlos aus.
Das zuvor Gesagte sollte eigentlich jeder aufgrund des gesunden Menschenverstandes wissen. Ich habe allerdings an Flughäfen, Grenzübergängen, auf Behörden und an Check-Points schon zig Touristen erlebt, die regelmäßig so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann, nach dem Motto: "Wir haben die Dollars und wollen diese in deinem armen Land ausgeben!" - schon verloren.
Wie kommen Sie vom Flughafen New-Delhi in die Stadt?
Das ist doch ziemlich stressig!
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Die meisten Flüge kommen in Delhi mitten in der Nacht oder früh am Morgen an. Der Flughafen liegt ca. 40km entfernt vom Stadtzentrum bzw. Touristenviertel, wo die Hotels stehen.
Es gibt unzählige Berichte von Reisenden, die sich dann völlig übermüdet, abhängig von zwielichtigen Taxifahrern mitten in der Nacht auf die Suche nach einem Hotel gemacht haben und mehr oder minder übers Ohr gehauen wurden.
Wenn man dann noch einen 30kg schweren Fahrradkarton mit sich führt macht das die Sache nicht leichter.
Ich bin dem Ankunftsstress in Delhi, wie auch in Kathmandu bisher immer dadurch aus dem Weg gegangen, dass ich bereits vor dem Flug ein Hotel gebucht habe, bzw. habe buchen lassen und mich vom Flughafen abholen ließ.
Sicherheit
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Die Regionen des Himalaya gelten allgemein gesehen als sicher, was Diebstahl, Überfälle oder politische Unruhen anbetrifft.
Trotzdem sollte Sie die Reisewarnungen der Botschaften lesen - wobei die oftmals gleich den Teufel an die Wand malen, sobald etwas passiert ist - sich mit anderen Reisenden austauschen und unterwegs stets Vorsicht, Umsicht und gesunden Menschenverstand walten lassen.
Wer nach Tibet will, sollte die Informationen des Tibet Information Network lesen.
Wer in Nepal wandern gehen will, sollte sich über die aktuelle Lage und die Entwicklung des Problems mit den Maoisten informieren.
In Ladakh gilt es stets zu bedenken, dass die gesamte Region Grenzgebiet zum pakistanischen Teil Kaschmirs ist, Indien und Pakistan im Frühjahr 2002 kurz vor einem Atomkrieg standen, es bereits 1999 einen Kleinkrieg mit zähen Gefechten, Artilleriefeuer - kurz dem "vollen Programm" - in den Bergen nördlich von Kargil gegeben hat und dass es von Leh nach Kaschmir gerademal 450km sind, wo es fast täglich Anschläge und Überfälle von moslemischen Separatistengruppen, die die Unabhängigkeit Kaschmirs oder den Anschluss an Pakistan fordern, gibt.
Bei der Botschaft melden
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Empfehlenswert ist es, sich nach der Ankunft im Reiseland bei der Botschaft oder dem nächsten Konsulat zu melden, Kopien des Reisepasses, des Impfausweises, der Auslandskrankenversicherung, der Reiseschecknummern und eventuell ein grobe Reiseroute zu hinterlassen, sodass die Botschaft schnell reagieren kann, falls Papiere abhanden kommen, etwas "schief" läuft oder Sie sich bis zu einem verabredeten Zeitpunkt nicht per Telefon, Fax, E-Mail oder persönlich gemeldet haben.
Wenn auf der Reise alles gut geht und sie wieder nach Hause fliegen, vergessen Sie nicht sich kurz vor dem Heimflug abzumelden!
Falls Sie mehrere Länder bereisen, nutzen Sie die modernen Kommunikationsmittel um zumindest die wichtigsten Daten zu übermitteln und um sich nach Ankunft im nächsten Land ab- bzw. anzumelden.
Umgang mit Neppern und Schleppern
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In großen Touristenzentren kann es Ihnen von Zeit zu Zeit passieren von Einheimischen angesprochen und in ein Gespräch verwickelt zu werden, um dann irgendwann beiläufig, aber zielstrebig gefragt zu werden, ob Sie nicht mal einen Blick in den Souvenirshop um die Ecke werfen wollen. "My friend's shop. Is not far." Das kann z.B. in Delhi ziemlich nerven.
Sollte man jemandem auf den Leim gegangen sein und sich in einem Souvenirshop wieder finden, wo man sich vor Freundlichkeit fast nicht retten kann, fällt es oft schwer, nichts zu kaufen, um die Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen, die einem doch so freundlich Tee gereicht, alles gezeigt haben und nur Ihr Bestens wollen - Ihr Geld.
Vergessen Sie nicht, dass das alles zur Masche gehört Ihnen ein paar Dollars aus der Tasche zu luchsen. Gehen Sie mit einem freundlichen, aber bestimmtem Gruß auf den Lippen, wenn es Ihnen reicht.
Nach einer Weile bekommen Sie ein Gespür dafür, wer Sie abschleppen will, und wer wirklich nur sein Englisch mit Ihnen üben möchte.
Auf der Seite von Lonely Planet gibt es irgendwo - der Link wechselt oft - eine Extraseite wo viele sogenannte "Scams" - Trickbetrügereien - beschrieben werden, die einen z.B. in Indien, aber auch in Nepal erwarten. Es lohnt sich auch ins betreffende Forum zu schauen und nach dem Stichwort "Scam" zu suchen.
Ist es für Frauen gefährlich im Himalaya zu reisen?
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Prinzipiell würde ich aus Erfahrung und Unterhaltungen sagen: Nein.
Sobald Sie sich in buddhistischem Gebiet befinden "geht die Sonne auf", denn die Frau genießt in der buddhistischen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert, ist dem Mann gegenüber gleichberechtigt, genießt die gleichen Rechte und steht sogar manchmal über ihm.
Natürlich gilt auch in buddhistischen Gebieten die "Kleiderordnung", frau wird aber im Allgemeinen nicht so angestarrt wie z.B. in moslemischen Gebieten.
Mountainbike und Diebstahl
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Im Allgemeinen sind die Regionen des Himalaya sehr sicher, besonders was Ihr Mountainbike betrifft. Das ist dort sicherer als zu Hause, vor allen Dingen je weiter Sie sich von Touristenzentren in die "Wildnis" hineinwagen.
Denn ein westliches Hightech Fahrrad - ebenso wie westliche Luxusgüter - im plötzlichen Besitz eines Einheimischen würde unter der Bevölkerung sofort Fragen aufwerfen und den "neuen" Besitzer in Erklärungsnotstand versetzen. Außerdem ist Diebstahl in buddhistischen Regionen nur selten verbreitet, da sich dies negativ auf das Karma auswirkt.
Natürlich gibt es auch dort vereinzelt Diebstähle, was aber eher auf die Unvorsichtigkeit der Bestohlenen zurück zu führen ist, denn Gelegenheit macht Diebe.
Nehmen Sie sich von zu Hause ein großes Vorhängeschloss für Ihr Zimmer in Gasthäusern mit und lassen Sie Wertgegenstände nicht unbeaufsichtigt herumliegen.
Bewaffnete Raubüberfälle kommen so gut wie nie vor. Wenn doch, dann handelt es sich um professionelle Banden, aber nicht um Gelegenheitsdiebe.
Im Freien zu übernachten war für mich bisher immer kein Problem. Natürlich habe ich mir stets ein sichtgeschütztes Plätzchen etwas abseits der Straße gesucht.
Wenn ich in der Nähe oder in Dörfern mein Zelt aufgeschlagen habe, wurde ich natürlich oftmals besucht. Da kam dann den Nachmittag über nach und nach das halbe Dorf vorbei. Die Menschen schauten was der Fremde da so treibt, begutachteten mein Fahrrad und gingen wieder ihrer Wege. Am Morgen wurde mir nicht selten eine Tasse Tee ins Zelt gereicht oder gleich ein Frühstück.
der "reiche" Tourist und der "arme" Einheimische
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Dadurch, dass wir Westler oft in beinahe schon futuristisch wirkenden Trekkingklamotten herumlaufen, Hightech-Rucksäcke besitzen, mit Spiegelreflexkameras hantieren, auf Laptops schreiben, Walkman hören und Digitaluhren tragen, welche die Höhe, den Luftdruck und die Temperatur messen, den ganzen lieben langen Tag nichts zu tun haben außer aus Spaß herumzureisen, wirken wir auf die Einheimischen oft wie reiche Halbgötter.
Deshalb versuche ich den Menschen immer wieder zu erklären, wie wir leben, wie viel bei uns Essen kostet, wie lange wir für unseren Luxus arbeiten müssen und welchem beruflichen Stress wir uns zum Teil dafür aussetzen, was oftmals Kopfschütteln hervorruft und auch schon mal bedauernde und bestürzte Blicke.
Denken Sie nie die Menschen wären arm, nur weil sie keinen Fernseher, ISDN-Anschluss und Mikrowellenbackofen haben, über offenem Feuer kochen, die Felder von Hand bestellen und Kleider tragen, die wir nicht mal zum Auto waschen anziehen würden. Denn das ist eine typisch westliche, oberflächliche "Oh ihr armen Menschen, wir werden euch helfen, zivilisieren und den Fortschritt bringen" Einstellung.
Was wir an materiellem Reichtum besitzen, tragen die Menschen im Himalaya im Herzen und davon könnte sich unsere Gesellschaft eine sehr große Scheibe abschneiden.
Wie verständigen Sie sich?
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In größeren Städten, Touristenzentren, in Hotels und Restaurants wird meist Englisch gesprochen. In den Dörfern in abgelegenen Regionen, wo die Touristen sonst nur in Bussen oder Reisegruppen - Marke "Wir sind unter uns" - durchkommen, sieht das schon anders aus.
Deshalb ist es ratsam sich vorher ein paar Brocken der jeweiligen Landes- oder Regionssprache anzueignen, denn z.B. in Ladakh und Zanskar können sie Hindi vergessen. Hier brauchen Sie Ladakhi.
Um die ersten Worte und Sätze zu lernen, gibt es in den meisten Reiseführern ein Kapitel zur Landessprache. Gute Erfahrung habe ich mit den Sprachführern aus der Kauderwelsch-Reihe des Peter-Rump-Verlag gemacht.
Um Ladakhi zu lernen, gibt es in Leh in zahlreichen Buchhandlungen kleine Sprachführer und ein umfangreiches Wörterbuch zu kaufen.
Abgesehen davon gibt es die international gültige Zeichensprache für "Hände und Gesicht waschen", "Trinken", "Essen", "Schlafen", "Hunger". (Für Toilette ist mir noch keines eingefallen.)
Eine leere Flasche deutet an, dass Sie Wasser wollen usw. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und oftmals ist es für beide Seiten ein lustiges Unterfangen sich auf diese Art und Weise zu unterhalten.
Nach dem Weg fragen
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Die Menschen in Asien sind überaus freundlich und darauf bedacht dem Wunsch des Gastes nachzukommen. So auch wenn Ihre Frage ausdrückt, dass Sie wünschen, dass dies der Weg nach XY ist. "Is this the way to ...?" "Yes." Und schon fahren oder gehen Sie in die falsche Richtung.
Oft liegt es auch daran, dass die befragte Person Sie einfach nicht verstanden hat und mal vorsichtshalber mit "Ja" antwortete.
Fragen sollten also nie mit "Ja" / "Nein" beantwortet werden können. Nur so gehen Sie sicher verstanden worden zu sein und wahrscheinlich die richtige Antwort bekommen zu haben.
Beispiel: " Where is the road to ...?", "Where is Mr. Rigzin?"
Auch empfiehlt es sich in einem Dorf zwei, drei Personen zu fragen, oder auf der gewählten Straße oder dem Weg erneut jemanden zu fragen, ob man wirklich richtig ist.
Auskünfte nach der Dauer einer Wegstrecke können oftmals sehr von der tatsächlich benötigten Zeit abweichen. In Asien scheint alles immer nur "ten minutes" zu dauern.
Das kann besonders auf den Trekkingrouten in Nepal frustrierend sein, wenn man am späten Nachmittag seine müden Knochen über einen ausgetretenen Pfad schleppt und seit über einer Stunde zu hören bekommt, dass es nur noch zehn Minuten bis zum Tagesziel sind.
Kleiderordnung
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Natürlich sollten Sie Ihren Kleidungsstil den jeweiligen Gepflogenheiten im Reiseland anpassen. Meist reichen aber lange Hosen, ein langes oder kurzärmliges Hemd, T-Shirt oder Sweatshirt um nicht aufzufallen.
Die Frau die sich darüber aufregt, dass sie im Reiseland nicht im ärmellosen Spaghettiträgertop, in knallengen ausgefransten kurzen Jeans, oder in einem Fummel mit einem Ausschnitt bis zum Bauchnabel rumlaufen kann, ohne dass sie regelmäßig von den Blicken der Männer ausgezogen wird, soll - sorry - zu Hause bleiben, und sich überlegen wie sie glotzen würde, wenn ein Mitglied eines afrikanischen Kriegerstammes mit Gesichtsbemalung, nacktem Hintern und Lendenschurz vor ihr an der Supermarktkasse steht. (Das musste mal gesagt werden.)
Männer können im Übrigen viele Blicke auf sich, und eine Gruppe an Neugierigen hinter sich her ziehen und eventuell für "gay" gehalten werden, wenn sie in moslemischen Ländern mit Ohrringen herumlaufen. (Ist mir mal in Pakistan passiert.) Um die Löcher nicht zuwachsen zu lassen, kann man die Ohrringe im Hotel anlegen - hier sind Sie zahlender Gast - und über Nacht tragen.
In den meisten buddhistischen Regionen des Himalaya tragen auch Männer Ohrschmuck, bzw. sind die Menschen sehr tolerant und Sie werden allerhöchstens kurz neugierig mit einem freundlichen Lächeln beäugt.
Da knallenge Radlerhosen mit dem hinternbetonenden Polstereinsatz meist für Unterwäsche mit Windeln gehalten werden, sollten Biker eine lange oder kurze Hose darüber tragen - oder sich auslachen lassen.
In China hatte ich allerdings nie ein Problem damit und selbst die moslemischen Uiguren haben daran keinen Anstoß genommen, wobei ich kurz vor der Einfahrt in ein Dorf in der sengenden Hitze der Takla Makan hin und wieder auch eine lange Hose rausgeholt und angezogen habe.
fotografieren
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Wie würden Sie es finden, wenn zu Ihrer Hochzeit plötzlich 20 Japaner in die Kirche stürmen, wild um sich knipsen und blitzen und wieder verschwinden, nur um mal "German Folklore" fotografiert zu haben? Denken Sie immer an dieses Bild, wenn sie in Klöstern, Tempeln, Dörfern und Häusern fotografieren wollen.
Die Frage, ob man ein Foto machen darf wird einem meist freundlich bejaht. Wenn nicht, gibt es dafür stichhaltige Gründe, die respektiert werden sollten. Wenn Sie während Zeremonien in Tempeln und Klöstern fotografieren wollen, fragen sie vorher einen Mönch. Vermeiden Sie den meditierenden Mönchen ins Gesicht zu blitzen, verwenden Sie nach Möglichkeit ein Stativ und einen empfindlichen Film.
Außerdem zerstört Blitzlicht mit der Zeit die Farbpigmente, und die Malereien in den Klöstern und Tempeln verblassen und werden zerstört.
Auch Sie sollten darüber nachdenken, ob Sie zu dem langsamen Zerstörungsprozess beitragen wollen - wie so viele "schnell mal durch die Gegend knipsenden" Touristengruppen, die dafür in europäischen Barockschlössern oder in den Palästen Venedigs gesteinigt werden würden - oder ob Sie sich noch 1,5kg mehr in den Tagesrucksack packen. Manche Stative sind sogar noch leichter.
"Auf die Schnelle" geschossene Porträtbilder von Menschen, ohne vorher gefragt zu haben, taugen meist eh' nichts. Nehmen Sie sich die Zeit zu fragen und die Person ins rechte Licht zu rücken (Schlagschatten, Hintergrund etc. beachten) und suchen Sie dann in aller Ruhe den Bildausschnitt. Meistens warten die Menschen sehr geduldig bis Sie fertig sind.
Machen Sie zwei, drei Aufnahmen. Auf dem ersten Bild sehen die Menschen meist wie versteinert aus. Nach dem ersten "Klick" lockert sich die Mimik meist und das sind dann die Bilder die Sie machen wollten.
Seien Sie aber gefasst darauf nach einem Abzug gefragt zu werden, den Sie dann auch per Post zuschicken sollten. Ich trage dafür immer ein kleines Büchlein mit mir herum, wo dann das Motiv in Stichworten ("Bauernehepaar in Alchi") und die Adresse festgehalten wird. Erklären Sie den Menschen, dass es sehr, sehr lange dauern kann, bis der Brief ankommt und das es auch passieren kann, das er verloren geht.
Ein besonderer Spaß und immer wieder verblüffender Effekt für die Menschen ist es, sie durch Ihre Kamera blicken zu lassen, und während sie durchschauen am Zoom zu drehen, also die Landschaft einmal ganz weit weg ist und dann immer näher kommt.
Versuchen Sie zu erklären, wie eine Kamera funktioniert - wenn Sie z.B. gerade den Film wechseln. Nehmen Sie nicht nur, sondern geben Sie auch.
Bei dem farbenprächtigen Ladakhfestival ist es allerdings ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Touristen fotografieren was und wie viel Sie wollen, ohne vorher zu fragen. Denn schließlich wird das Ladakhfestival auch für die Touristen veranstaltet.
Hygiene, Essen, Wasserdesinfektion
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Viele Menschen aus unseren sauberen, ja beinahe schon sterilen europäischen Gefilden sind mit dem Vorurteil behaftet, dass man sich in Asien prinzipiell eine Magen-Darm-Erkrankung einfängt, weil das Trinkwasser immer schmutzig und verkeimt ist, die Einheimischen sich nicht die Hände waschen, nicht um hygienische Verhaltensregeln wissen und überall Dreck und Müll herumliegt. Stimmt so alles nicht!
Die Menschen unterscheiden sehr wohl zwischen Brauchwasserbächen und Trinkwasserbächen und sind ebenso auf der Hut vor Magen-Darm-Erkrankungen. Waschen Sie deshalb NIEMALS! Ihre Kleidung in einem nahegelegenen Bach, oder benutzen Sie ihn als Toilette. Er könnte dem nächsten Dorf als Trinkwasserquelle dienen, wo Sie eventuell übernachten.
Der meiste Dreck und Abfall besteht aus "Zivilisationsmüll": Plastikflaschen, Verpackungen, Speiseresten aus Touristenrestaurants den es so vor der "Entwicklung und Modernisierung" nicht gegeben hat.
Natürlich gibt es ein paar Verhaltensregeln zu beachten:
Das Wasser in Touristenzentren und Großstädten ist oft mit Vorsicht zu genießen, da es meist - wenn überhaupt - nur eine unzureichende, geschlossene Abwasserkanalisation gibt. Am Besten man hält sich an heiße Getränke oder an Mineralwasser in Plastikflaschen, das vorher sterilisiert wurde.
Mittlerweile gibt es in zahlreichen Städten und Dörfern Programme von Umweltgruppen, wo man seine Plastikflaschen mit abgekochtem und desinfiziertem Wasser wieder auffüllen lassen kann und so versucht wird, den wachsenden Berg an unverottbarem Plastikmüll klein zu halten.
Zur Desinfektion von Wasser aus dem Hahn oder aus Bächen in den Bergen verwende ich eine 2,0% Jodlösung in Alkohol in einer Tropfenflasche, die jede Apotheke herstellen kann.
Jod hat den Vorteil - im Gegensatz zu manchen Produkten in Tablettenform oder Filtern -, dass wirklich sämtliche noch so kleinen Erreger, Keime und Sporen abgetötet werden - und es gleichzeitig als Wunddesinfektionsmittel für die Reiseapotheke dient.
Auf 1 Liter klares Wasser kommen 4 Tropfen Jodlösung. Je nach Temperatur muss man 15 bis 30 Minuten warten, denn chemische Prozesse laufen bei Wärme schneller ab, je kälter das Wasser ist umso langsamer. Je nach Trübung und Zweifelhaftigkeit der Qualität des Wassers empfielt es sich zwischen 5 - 15 Tropfen hinzuzufügen.
Diese Art der Wasserdesinfektion sollte auf jeden Fall vor Reiseantritt ausprobiert werden, um zu beobachten, ob sich die Schilddrüsenfunktion verändert, oder man allergisch auf Jod reagiert.
Natürlich schmeckt das Wasser dann nach Jod. Den Geschmack kann man aber etwas abschwächen, wenn man z.B. Orangenstücke hinzufügt, oder eine kleine Flasche mit Zitronen- oder Orangensaftkonzentrat dabei hat.
Das Wasser abzukochen ist ebenso eine Möglichkeit. Jedoch kocht Wasser in großen Höhen schon bei weit niedrigeren Temperaturen als 100°C und es werden eventuell nicht alle Erreger abgetötet.
"Schäl es, koch es, oder vergiss es!" lautet eine Faustregel, d.h. man kann alle Früchte mit Schale essen, wie z.B. Bananen, alles was gut und lange gekocht wurde ist ebenso OK und ansonsten ist Vorsicht angesagt. Um genügend Vitamine zu sich zu nehmen empfielt es sich von zu Hause Vitamintabletten mitzubringen.
Ansonsten ist nicht alles so schlimm wie es sich manchmal anhört. Nicht hinter jedem frischen Gemüse oder jedem Schluck Wasser verbirgt sich die nächste Marathonsitzung auf dem Klo. Die meisten Magen-Darm-Erkrankungen habe ich bei längeren Aufenthalten in Touristenzentren bekommen, aber eher, weil sich mein Körper ausruhen wollte und auch das Immunsystem auf Sparflamme geschalten hatte.
Je länger Sie reisen und je öfter, umso abgehärteter wird Ihr Immunsystem werden, das in unserer sauberen Welt ja fast nichts mehr zu tun hat.
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